Klassik_News_05.12.20
Mozartwoche Salzburg 2021 – Amadeus in Moll

Mozartwoche Salzburg 2021 – Amadeus in Moll

„Musico drammatico“ hat Intendant Rolando Villazón das Programm der Mozartwoche 2021 überschrieben. – „Was für ein passendes Festival-Motto in diesen dramatischen Zeiten! Kunst, Musik und Kultur können in Corona-Zeiten stattfinden!“, so Villazón. „Die Mozartwoche verfügt über ein ausgeklügeltes Schutz- und Hygienekonzept. Deshalb stehen wir mit großer Vorfreude, aber mit Bedacht vor einer besonderen Mozartwoche, die auch viel Flexibilität, Sensibilität, Rücksicht und ein respektvolles Miteinander von uns allen verlangt.“ Elf Tage lang wird Mozart als Musikdramatiker gefeiert. „Als Leser der menschlichen Seele und als unvergleichlicher Übersetzer dieser abstrakten Licht- und Schattenwelt ist Mozart für mich der vollkommenste musico drammatico“, erläutert Villazón. Auf dem Programm stehen fast alle Werke, die Mozart in Moll komponiert hat und in denen die dramatische Wirkung unmittelbar spürbar wird.

Eine Fülle musikalisch erstklassiger und innovativer Projekte spürt diesem Schwerpunkt nach, wie Mozart Moves! mit Magdalena Kožená im Salzburger Landestheater mit Liedern und Arien, die um das Thema Liebe kreisen, tänzerisch mit einer intimen Choreographie von Reginaldo Oliveira ergänzt. Die Wiederaufführung eines historischen Konzerts von Franz Xaver Mozart mit dem Mozarteumorchester Salzburg kann man beim Programm 1805 erleben oder sich bei Magic Mozart von Cécile Roussat und Julien Lubek verzaubern lassen.

94 Sekunden neuer Mozart

Beginnen wird die Mozartwoche 2021 mit der erstmaligen Präsentation eines bisher unbekanntes Mozart-Stück. Kern von „94 Sekunden neuer Mozart“ ist das Allegro in D-Dur KV 626b/16, ein dreiteiliges, tanzartiges Klavierstück, welches unter der Moderation von Ulrich Leisinger, dem wissenschaftlichen Leiter der Stiftung Mozarteum präsentiert und vom US-Pianisten Robert Levin aufgeführt wird. Das Mozart-Autograph erwarb die Stiftung Mozarteum noch vor der Corona-Krise aus Privatbesitz; mittlerweile konnte verifiziert werden, dass es sich um ein bislang unbekanntes, von Wolfgang Amadé Mozart eigenhändig niedergeschriebenes Klavierstück handelt.

Hochkarätige Künstlerinnen und Künstler

International renommierte MusikerInnen wie Sir András Schiff mit seiner Cappella Andrea Barca, das Chamber Orchestra of Europe mit Robin Ticciati am Dirigentenpult, die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Daniel Barenboim und Alain Antinoglu oder das Mahler Chamber Orchestra mit Mitsuko Uchida als Solistin werden Mozart ihre Aufwartung machen. Ein besonderer Höhepunkt verspricht das „Konzert zu vier Händen“ mit Daniel Barenboim und Martha Argerich zu werden, die schon seit vielen Jahren als perfekte Duo-Partner brillieren.

Außergewöhnliche Formate

Außergewöhnliche Formate wie ein Akademiekonzert mit dem Freiburger Barockorchester, das Pasticcio Szenen einer Ehe mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble unter der Leitung von Thomas Hengelbrock, die Mozartiade mit Mozarts sämtlichen Liedern, dargeboten von einem hochkarätigen SängerInnen-Ensemble, oder die Lesung mit Musik „Cara sorella mia“ mit Violinistin Eldbjørg Hemsing, Pianistin Marie Sophie Hauzel und der beliebten Schauspielerin Adele Neuhauser vervollständigen das Programm der Mozartwoche. Dabei werden mit dem Großen und Wiener Saal im Mozarteum, den Festspielhäusern, dem Landestheater sowie der Villa Vicina die schönsten Konzertsäle Salzburgs bespielt. Mozart lebt, mehr denn je! red.
Weitere Infos unter www.mozartwoche.at

Bildcredit: © Holger Kettner
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