Klassik_News_25.01.19
Rolando Villazón enthüllt: Robert Wilson bei der Salzburger Mozartwoche 2020

Rolando Villazón enthüllt: Robert Wilson bei der Salzburger Mozartwoche 2020

Nach dem Festival ist vor dem Festival. Und so gab der dieses Jahr erstmals bei der Salzburger Mozartwoche als Intendant amtierende Rolando Villazón – kaum hatte sein Auftaktfest begonnen – bereits sein Programm für 2020 bekannt. Und wieder steht ein bewährter Bühnenartist und Theatermagier szenisch im Mittelpunkt. Ist es 2019 die ehemals katalanische Straßentheatertruppe La Fura dels Baus, die mit zirzenischen Mitteln der eher wenig bekannten Schauspielmusik „Thamos von Athen“ neues Leben einhaucht, so wird es bei der nächsten Salzburger Musikwoche Altmeister Robert Wilson sein. Der gefeierte Regisseur, Theaterautor, Maler, Bühnenbildner und Videokünstler inszeniert „Der Messias“ KV 572, eine eigenhändige Bearbeitung Mozarts von Händels grandiosem Oratorium.

Marc Minkowski, ein enger Freund der Mozartwoche und ehemaliger künstlerischer Leiter, kehrt zurück, um das Oratorium mit seinen Musiciens du Louvre und einer handverlesenen Sängerbesetzung aufzuführen. Zudem bietet die Mozartwoche 2020 zwei weitere Bühnenprojekte: „Pùnkitititi!“, ein Werk, das der Künstler Doug Fitch speziell für das Salzburger Marionettentheater konzipiert und geschaffen hat, und „Mozart Moves! – Sieben Dramolette“, eine Kreation, die Intendant Rolando Villazón im Landestheater mit sieben Originalwerken der Schriftsteller Martha Batiz, John von Düffel, Tom Holloway, Shlomo Moskovitz, Guadalupe Nettel, Éric-Emmanuel Schmitt und Jorge Volpi in Szene setzen wird. Sie sind von Divertimenti inspiriert, die Mozart für Blasinstrumente komponierte.

Und auch sonst geht Rolando Villazóns Reise durch Mozarts Kosmos, den er seit neun Jahren so intensiv für sich entdeckt hat, weiter – im Zentrum der Mozartwoche 2020 werden nämlich Mozarts besondere Freundschaften sowie seine Werke, die er eigens für Blech- und Holzbläser komponiert hat. „Für meine Mozartwochen gilt das Motto ‚Mozart pur‘ ́ verbunden mit jeweils einem speziellen musikalischen Schwerpunkt, den wir jedes Jahr neu setzen. Es geht darum, das unglaublich reichhaltige Œuvre Mozarts in all seiner Vielfalt zu erkunden und zu präsentieren. Deshalb stehen nächstes Jahr die Blasinstrumente im Mittelpunkt“, so Rolando Villazón und fügt hinzu: „Zudem nähern wir uns auch den besonderen Freundschaften Mozarts an, die diese Meisterwerke hervorgebracht haben. Wir sind auf einer gemeinsamen Reise und tauchen ein in Mozarts Welt. Dabei kann man wundervolle Schätze entdecken – das weiß ich aus persönlicher Erfahrung.“

Die Mozartwoche 2020 wird wiederum rund 60 Veranstaltungen anbieten, darunter drei szenische Bühnenprojekte, eine konzertante Opernaufführung, Orchesterkonzerte, Kammermusik, Tanz und vieles mehr. Mozarts Freundschaften mit Zeitgenossen wie Anton Stadler, Joseph Leutgeb, Ferdinand Dejean und Friedrich Ramm sind einzigartige Solowerke
zu verdanken. Diese werden vier renommierte Meister ihrer Instrumente präsentieren: Andreas Ottensamer spielt das sublime Opus für Klarinette und das Stadler Quintett, Radek Baborák alle vier Hornkonzerte sowie das Hornquintett, Emmanuel Pahud spielt beide Flötenkonzerte und François Leleux das Oboenkonzert sowie ein Kammermusikprogramm mit Les Vents Français.

Zudem setzt Mitsuko Uchida ihren Mozartschen Klavierkonzert-Reigen mit dem Mahler Chamber Orchestra fort. András Schiff beginnt mit „Le nozze di Figaro“ einen konzertanten Da Ponte-Zyklus mit seiner Cappella Andrea Barca und einem herausragenden Sänger-Ensemble. Und Daniel Barenboim eröffnet zusammen mit den Wiener Philharmonikern einen Zyklus mit Mozarts letzten zehn Sinfonien und den letzten acht Klavierkonzerten, der sich über die nächsten vier Jahre erstreckt. Manuel Brug
Bild Robert Wilson © Lucie Jansch
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