Jazz_News_12.04.21
Jazz macht glücklich

Jazz macht glücklich

Musik macht glücklich, das ist seit langem kein Geheimnis mehr. Es kommt lediglich darauf an, welche Art von Musik man hört. Welcher Sound einen emotional am meisten berührt.
Das britische Internet-Verkaufsportal OnBuy.com hat über zwei Millionen der Kommentare ihrer Kundschaft ausgewertet und ist nach deren Auswertung zum Ergebnis gekommen, dass Jazz-Fans mit weitem Abstand die glücklichsten Hörer sind. Auf Rang 2 sind eher überraschend die Metal-Fans gelandet, dicht gefolgt von Oper und Folk. Die roten Laternen bekommen haben Anhänger von Drill Music (eine sehr düstere, nihilistische Version von Gangsta-Rap), Grime, Drum & Bass und HipHop ganz allgemein. Zu viel Aggression erzeugen deren Klänge bei ihren Anhängern, positive Hormone werden beim Hören kaum ausgeschüttet.
Doch genau darum geht es schließlich bei der Suche nach Glück - dass Kompositionen für eine Art Heilung der Seele evident sind. Es wird für positive Atmosphäre und Stimmung gesorgt. Beide sind zuständig dafür, dass sich der Zuhörer mehr und mehr in sich selbst festigt.
Der englische Psychologe Sirim Atceken von „WeCure’s“, der die Studie eingesehen und im Anschluss analysiert hat, kommt zu folgendem Resultat: „Dass Musik sich auf das Innenleben des Konsumenten auswirkt, ist nicht von der Hand zu weisen. Zunächst war ich überrascht darüber, dass ausgerechnet Jazz- und Metal-Freaks die Entspanntesten sind. Doch nachdem ich mir die User-Kommentare intensiv angeschaut hatte, wurde mir rasch klar, dass jene Leute mit diesem Faible einen Sound für sich entdeckt haben, der auf sie positiv wirkt. Die Jazzer tauchen in ihre ganz eigene Welt ein. Die Metaller bauen Wut und Stress ab. Außerdem können sie, sofern gegeben, mit Einsamkeit kraft der Musik viel besser umgehen.
Beide Fraktionen sind bekannt für ihren Zusammenhalt in der jeweiligen Community. Außerdem gehören ihnen eher ältere Fans an. Menschen, die sich oft schon seit längerem akzeptieren wie sie sind. Und ansonsten kann ich nur ganz allgemein resümieren: Akzeptanz, Austausch und gegenseitiges Verständnis sind der Schlüssel zum Glück schlechthin.“ Michael Fuchs-Gamböck
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tonart Ausgabe Frühjahr 2021/1

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